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Kinderheim Kastanienhof, Kaiserstr. 103a, Krefeld
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Presse: Top Magazin - Großer Einsatz für die Kleinsten

Eltern auf Zeit:

 

Großer Einsatz für die Kleinsten

 Kastanienhof in Krefeld sucht Pflegeeltern für die Bereitschaftsbetreuung von Kindern von null bis drei Jahren

text Mark Saxer fotos Thomas Gwosdz

Fachdienst Pflegekinder im Kastanienhof
Fachdienst Pflegekinder im Kastanienhof

Seit mehr als 65 Jahren gibt es den Kastanienhof in Krefeld und vielleicht war er nie so wertvoll wie heute: Das Kinderheim an der Kaiserstraße sucht, berät und begleitet Pflegefamilien, die den Jüngsten unserer Gesellschaft, Babys und Kleinkindern, das geben, was sie brauchen – Geborgenheit, Vertrautheit und menschliche Wärme, Verlässlichkeit und Verbindlichkeit. Der Bedarf an solchen Pflegefamilien für Kinder von null bis drei Jahren ist nicht nur ungebrochen, er wächst sogar ...

 

„Wir brauchen diese Familien!" 

 

Aber darüber jammern oder gar aufgeben ist nicht. Im Gegenteil: Der Kastanienhof in Krefeld ruft regelmäßig dazu auf, dass sich dort motivierte Pflegeeltern melden, die Kinder zwischen null und drei Jahren für eine gewisse Zeit bei sich in der Familie aufnehmen. Zwar arbeitet der Kastanienhof aktuell mit rund 40 Familien in diesem Bereich zusammen. Aber: „In 2016 mussten wir 60 Kindern eine Absage erteilen, in 2017 waren es rund 70 Absagen, weil einfach nicht genügend Pflegefamilien zur Verfügung stehen. Unsere Botschaft ist deswegen ganz einfach: Wir brauchen diese Familien! Meldet euch, bitte!" ruft Jens Lüdert, der Leiter des Kastanienhofs, auf.

 

Stabiler Rahmen muss gegeben sein

 

Bei der „familiären Bereitschaftsbetreuung“ geht es darum, Säuglingen und Kleinkindern zwischen null und drei Jahren einen Schutz- und Ruheraum im familiären Kontext zu ermöglichen, den die leiblichen Eltern nicht bieten können. Mal stecken Suchtprobleme oder psychische Erkrankungen der Eltern dahinter, mal sind es Notlagen wie langjährige Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit oder gar Misshandlung. Sobald das Jugendamt darüber informiert wird, dass die Versorgung des Nachwuchses massiv vernachlässigt wird, muss zum Wohle des Kindes eingeschritten werden.

Was es dann ganz schnell braucht, sind Obhut und Eltern auf Zeit, die eine Bereitschaftspflege – je nach individuellem Fall – für etwa drei bis sechs Monate über- nehmen. Hier arbeiten der Kastanienhof, das Krefelder Jugendamt und weitere Stellen seit Jahren zusammen. Die Anforderungen an die Pflegeeltern formuliert Jens Lüdert so: „Ein Führungszeugnis, Gesundheitszeugnisse, nanzielle Stabilität und Mobilität sind Grundvoraussetzungen. Auch muss gewährleistet sein, dass mindestens ein Elternteil für den Zeitraum der Bereitschaftspflege nicht berufstätig, sondern rund um die Uhr zu Hause für das Kind da ist.“ Ein eigenes Zimmer für das Baby oder Kleinkind in Pflege muss nicht sein; wichtiger ist, dass es Geschwister auf Zeit hat. 

 

KASTANIENHOF

Kaiserstraße 103a · 47800 Krefeld

Tel. 02151-507310

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Die ersten drei Jahre sind entscheidend

 

Auf der emotionalen Seite sind Verlässlichkeit, Vertrauen und Liebe gefragt. „In den ersten drei Lebensjahren werden die wichtigsten Weichen gestellt. Hier nden ganz grundsätzliche Prägungen statt, die zum Beispiel die Bindungsfähigkeit für das ganze Leben beein ussen. Den Kleinsten gehört die größtmögliche Aufmerksamkeit“, betont Jens Lüdert. Das bestätigt auch Professor Dr. Karla Misek-Schneider. Die erfahrene Psychologin, die den Bereich der Pflegekinder im Kastanienhof durch Schulungen und Beratung der Pflegeeltern begleitet, verdeutlichte jüngst im Gespräch mit 20 Pflegemüttern und -Vätern wie wichtig der Bereich der Bereitschaftspflege ist. Ihr Tenor: Bereits ein kurzer Zeitraum wirkt stark positiv nach und stärkt die Widerstandskraft der Kinder. Sie ermutigt Pflegeeltern, sich auf ihre innere, intuitive Elternstimme zu verlassen. Wer seinen Schützlingen mit Empathie begegnet, brauche keine Erzieher-Ausbildung und kein Psychologie-Studium, um die Aufgabe zum Besten der Kleinen zu meistern. „Es gibt eine ganze Reihe von ehemaligen Pflegekindern im Kastanienhof, die sich heute als Erwachsene mit großer Dankbarkeit an die Liebe und Fürsorge ihrer Pflegeeltern erinnern“, weiß Pflegekind-Bereichsleiterin Sarah Haurand.

 

Pflegeeltern werden stetig begleitet

 

Stichwort emotionale Bindung: (Potenzielle) Bereitschaftspflegeeltern müssen wissen, dass die Motivation, dem Säugling oder Kleinkind helfen zu wollen, Grenzen hat. Schließlich ist die Bereitschaftspflege auf drei bis sechs Monate ausgelegt. „Am Ende dieser Zeit muss man das Kind auch wieder abgeben können“, sagt Jens Lüdert und weiß, dass dieser Abschied manchen Pflegeeltern sehr schwer fällt. Aber: „Ganz wichtig ist: Die über vier Gespräche hinweg sorgsam ausgesuchten Eltern werden von uns ausgiebig geschult und während der gesamten Bereitschaftspflegedauer begleitet und betreut“, erklärt Sarah Haurand. Pflegeeltern können sich stets auf einen festen Ansprechpartner im Kastanienhof verlassen. Der ständige Austausch ist wichtig. „Wir treffen uns regelmäßig zum Frühstück und kümmern uns um die Ab- wicklung der bürokratischen Prozesse mit Familiengericht und Jugendamt. So können sich die Eltern auf Zeit ganz ihrem Pflegekind widmen.“ Die Eltern auf Zeit erhalten eine tägliche, steuerfreie Aufwandsentschädigung. Dazu wird eine Baby-Erstausstattung zur Verfügung gestellt: Kinderwagen, Kindersitz und die nötige Kleidung.

Vermittlung und Rückführung liegen im Kastanienhof in einer Hand


Da das Wohl des Kindes im Mittelpunkt steht, gehört zur Arbeit des Kastanienhofs unbedingt auch die Einbindung der leiblichen Eltern. Dieser Kontakt soll im Optimalfall regelmäßig sein, es sei denn, es ist den leiblichen Eltern aus gesundheitlichen oder anderen Gründen absolut unmöglich. Zum Hintergrund: Seit 2015 arbeitet der Fachdienst Rückführungsmanagement des Kastanienhofs von Beginn der Aufnahme eines Säuglings oder Kleinkindes in eine Pflegefamilie an der zukünftigen Perspektive. In einem gründlichen Clearingverfahren in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt wird unter anderem geklärt, ob die Erziehungsfähigkeit der leiblichen Eltern  nach Ablauf der Bereitschaftspflegezeit ausreichend wiederhergestellt ist, sodass das Kind zur Familie zurückkann. „Das ist in 50 Prozent der Fälle gegeben“, sagt Jens Lüdert und räumt ein, dass es „natürlich schöner wäre, wir könnten diese seit Jahren konstante Quote erhöhen.“ Bei den anderen 50 Prozent begleiten wir die Kinder in ein dauerhaftes Pflegeverhältnis. Für den Einrichtungsleiter und seinen Fachdienst steht fest: „Eltern auf Zeit zu sein, ist eine tolle Sache. Wer seine elterliche Kompetenz als Erwachsener freiwillig für ein Pflegekind einsetzt, leistet einen enorm wichtigen Dienst für die Gesellschaft, und das verdient gesellschaftlichen Respekt. Jedes Kind, das in ganz frühen Jahren richtig gelenkt und umsorgt wird, wird dafür ein Leben lang dankbar sein und eine Zukunft haben. All dies schafft eine tiefe Zufriedenheit, die mit Geld nicht zu kaufen ist.“ »

 

"WIR WOLLEN GUTES TUN UND DARIN DIE BESTEN SEIN"

FRAGEN AN EINRICHTUNGSLEITER JENS LÜDERT

 

Herr Lüdert, wer sie live erlebt, spürt nicht nur Ihr hohes emotionales Engagement zum Wohl der Kastanienhof-Kinder, sondern auch Ihre Erfolgsorientierung als Chef der Einrichtung. Woher kommt beides? 

 

Die Basis dafür liefert meine eigene Biografie: Nach der Schule und kaufmännischer Ausbildung zum Groß- und Außenhandels Kaufmann ging’s darum, eine Stelle als Zivi zu nden. Da ich drei Schwestern habe, von denen eine begeistert von ihrer Arbeit mit Kindern erzählte, el meine Wahl auf den Kastanienhof, wo ich 1990 dann anfing – von Beginn an, eine ganz eigene, außergewöhnliche Atmosphäre der Einrichtung und eine begeisternde Aufgabe. Erfolgsorientierung bedeutet für mich immer zum Wohle der zu betreuenden Kinder, das ist die Grundlage für mein Arbeiten und meine Überzeugung.

 

 

Und diese besondere Atmosphäre und Aufgabe hat sie dann nicht mehr losgelassen? 

 

Allerdings, den Geist der Einrichtung, der sich in den Arbeitsprozessen wiederspiegelte, machte mir sehr schnell deutlich, wo ich eigentlich hingehörte. Also orientierte ich mich neu und arbeitete die ersten Jahre bis 2004 auf einer unserer Familiengruppen. Ab 2005 wechselte ich auf die Außenwohngruppe – eine absolut spannende und wertvolle Zeit, wo vier erwachsene, ausgebildete Erzieher und Pädagogen mit bis zu zehn Kindern zusammen den Alltag und das Leben meistern. Für diese Komplettbetreuung im 24-Stunden-Schichtdienst muss man geboren sein. Ich habe das geliebt. Mit meinem Studium, welches ich als Bachelor of Arts Sozialpädagogik/Diplomsozialpädagoge abschloss, qualifizierte ich mich weiter.

 

2010 kam dann ein großer Schritt für Sie und den Kastanienhof, richtig?

 

Ja, als unser damaliger Heimleiter Hanns- Hilmar Deppe Ende 2010 plötzlich schwer erkrankte und absehbar war, dass er leider nicht zurückkehren würde, ging es darum, schnell einen Nachfolger zu nden. Gefragt war jemand, der den Kastanienhof von der Pike auf kennt, die Arbeit dort liebt und die Einrichtung weiterentwickeln will. Hier war natürlich auch die kaufmännische Vorbildung nicht von Nachteil, denn je besser die Einrichtung strukturell und kaufmännisch aufgestellt ist, desto mehr Zeit bleibt für die pädagogischen Aufgaben! 

 

 Was ist seitdem unter Ihrer Führung passiert?

 

Wir haben konzeptionell, strukturell, finanziell und personell etliches verändert. Der Kastanienhof ist heute ein mittelständiges Unternehmen, dessen Strukturen so optimiert sind, damit die Kernaufgabe, der pädagogische Bereich, zum Wohle der Kinder im Mittelpunkt stehen kann. Wir haben mehr als 100 Menschen beschäftigt – 70 im pädagogischen Bereich sowie 30 bis 40 im Bereich Verwaltung, Küche und Haustechnik. Wir leisten uns unsere eigene Buchhaltung und erledigen auch unsere steuerlichen Dinge in Eigenregie. Die technische Infrastruktur wurde auf den neusten Stand gehoben, damit auch hier Arbeitsabläufe vereinfacht und schneller werden. Wir haben den Bereich der Pflegefamilien im Kastanienhof aufgebaut und in den letzten 7 Jahren im Bereich der Pflege auf Zeit 40 Pflegefamilien gewinnen können und betreuen im Bereich der Pflege auf Dauer ca. 90 Pflegefamilien. Um unseren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden wurde der Fachdienst für Pflegekinder aufgebaut und weitergebildet. Ergänzend wurden Leistungsbereiche wie das Rückführungsmanagement gestartet, welche ergänzend die Betreuung der Kinder abrunden. Im Rahmen der Partizipation wurde das Kinderparlament eingeführt, durch das gewählte Vertreter der Kinder Ihre Interessen selbst vertreten können und auch bei Entscheidungen der Einrichtung einbezogen werden. 

Wo sehen Sie den Kastanienhof als Einrichtung im Markt?

 

 

Wir haben hohe Ansprüche an uns selbst und ausgeprägte Qualitätskriterien, die wir erfüllen wollen. Wir wollen Gutes tun und darin die Besten sein. Das geht nur mit einem Team, wo der Einzelne bereit ist, manchmal auch 150 statt 100 Prozent zu geben, im Krankheitsfall eines Kollegen oder als Urlaubsaushilfe einzuspringen und vieles mehr. Unsere Mitarbeiter sind fest angestellt und keine Honorarkräfte; das bedeutet für den Kastanienhof Engagement, Verlässlichkeit und gute Arbeit auf hohem Niveau. Darüber freue ich mich, darüber freut sich mein Team, darüber freuen sich vor allem auch die Kinder, Eltern und Pflegeeltern. Wir probieren auch neue Dinge aus – etwa mit Homeoffice-Lösungen, weil zu viel Enge auch zur Demotivierung führen kann. Wir arbeiten mit flachen Hierarchien und tun alles, um mit einem guten Verständnis füreinander gemeinsam das Beste zum Wohle der Kinder zu geben. Diese Bereitschaft und diesen Geist in unserer Kastanienhof-Familie spüre ich jeden Tag. 

 

weitere Informationen

Hier finden Sie Informationen zu unserem Träger..

 

 Krefelder Frauernverein

für Kinder-und Altenfürsorge

gegr. 1827

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